Cholelithiasis (Gallensteinleiden)
Definition
Die Cholelithiasis bezeichnet das Vorliegen von **Gallensteinen** in der Gallenblase (Cholecystolithiasis) oder den Gallengängen (Choledocholithiasis). Prävalenz etwa 15-20 Prozent in Deutschland.
Die meisten Steine (80%) sind **asymptomatisch** und bleiben es.
Man unterscheidet:
- **Cholesterinsteine** (häufigste Form in Westeuropa, bei den 6F-Risikofaktoren)
- Pigmentsteine (bei Hämolyse)
- gemischte Steine
Die Entstehung erfolgt durch:
- Supersaturierung der Galle mit Cholesterin
- Hypomotilität der Gallenblase
- nukleationsfördernde Faktoren
Leitsymptome
80 Prozent der Steinträger sind **asymptomatisch** (stumme Steine).
Bei Symptomatik: klassisch ist die **Gallenkolik** — krampfartig-wellenförmiger Schmerz im rechten Oberbauch oder Epigastrium, meist 15-30 Minuten bis mehrere Stunden, oft nach fettreicher Mahlzeit, Ausstrahlung in rechte Schulter oder Rücken (Head-Zone).
Begleitsymptome:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Meteorismus
Bei Choledocholithiasis: Ikterus, dunkler Urin, heller Stuhl.
Bei Cholangitis: **Charcot-Trias** (Ikterus, Fieber, Oberbauchschmerz) — chirurgischer Notfall!
Diagnostik
**Sonographie des Abdomens** ist die Methode der ersten Wahl mit einer Sensitivität von etwa 95 Prozent für Gallenblasensteine.
Typische Befunde:
- echodichte Reflexe mit dorsalem Schallschatten
- Wandverdickung bei Entzündung
Labor: bei unkomplizierter Cholelithiasis meist unauffällig; bei Entzündung Entzündungswerte erhöht, bei Choledocholithiasis erhöhte **Cholestaseparameter** (Gamma-GT, AP, Bilirubin) und Transaminasen.
Bei V.a. Choledocholithiasis: **MRT mit MRCP** oder Endosonographie.
Die **ERCP** ist primär therapeutisch bei Steinnachweis im Gallengang. CT ergänzend bei unklaren Befunden.
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