Harnverhalt

Nephrologie · Wissen für die Fachsprachprüfung

Definition

Der Harnverhalt bezeichnet die **Unfähigkeit, die Harnblase spontan zu entleeren**, obwohl diese gefüllt ist.

Man unterscheidet den **akuten Harnverhalt**, der einen urologischen Notfall darstellt, vom **chronischen Harnverhalt** mit Restharnbildung. Die häufigste Ursache beim Mann ist die **benigne Prostatahyperplasie**.

Merke: Akuter Harnverhalt ist ein urologischer Notfall und erfordert sofortige Blasenentlastung.

Leitsymptome

Die Patienten klagen über starken **Harndrang** bei gleichzeitiger Unfähigkeit zu urinieren.

Es bestehen heftige **suprapubische Schmerzen** und die Blase ist als prall-elastische Vorwölbung im Unterbauch tastbar. Bei chronischem Verlauf kann eine **Überlaufinkontinenz** mit ständigem Urinträufeln auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt durch Inspektion und Palpation des Unterbauchs. Die **Sonographie der Harnblase** zeigt eine massiv gefüllte Blase und ermöglicht die **Restharnbestimmung**.

Laborchemisch sollten Kreatinin und Harnstoff zur Beurteilung einer postrenalen Niereninsuffizienz bestimmt werden. Bei Männern ist die **digital-rektale Untersuchung** zur Beurteilung der Prostata obligat.

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