Ösophaguskarzinom
Definition
Das Ösophaguskarzinom ist ein **maligner Tumor der Speiseröhre**.
Histologisch unterscheidet man zwei Haupttypen:
- das **Plattenepithelkarzinom**, das überwiegend das obere und mittlere Drittel des Ösophagus befällt und eng mit Nikotin- und Alkoholabusus assoziiert ist
- das **Adenokarzinom**, das sich aus einem Barrett-Ösophagus im unteren Drittel entwickelt und mit chronischer gastroösophagealer Refluxkrankheit und Adipositas korreliert
Die Inzidenz des Adenokarzinoms steigt weltweit. Aufgrund der meist späten Diagnosestellung ist die Prognose ungünstig, die 5-Jahres-Überlebensrate liegt unter 25 Prozent.
Leitsymptome
Das Leitsymptom ist die **progrediente Dysphagie**, zunächst für feste Nahrung, später auch für flüssige Kost. Typisch sind retrosternale Schmerzen beim Schlucken (**Odynophagie**) und ein Globusgefühl.
Der **Gewichtsverlust** ist ausgeprägt und oft eines der ersten Warnzeichen. **Heiserkeit** kann auf eine Infiltration des Nervus laryngeus recurrens hinweisen und ist ein Zeichen fortgeschrittener Erkrankung.
Regurgitation unverdauter Nahrung, retrosternale Schmerzen und in späten Stadien Hämatemesis können auftreten.
Diagnostik
Die **Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD)** mit Biopsie ist der Goldstandard und ermöglicht die histologische Sicherung der Diagnose. Die **Endosonographie** dient der lokalen Stadieneinteilung und beurteilt die Infiltrationstiefe (T-Stadium) sowie regionale Lymphknoten.
Eine **CT** von Hals, Thorax und Abdomen ist für die Fernmetastasierung (M-Stadium) unerlässlich. Bei kurativer Therapieintention wird zusätzlich ein **PET-CT** empfohlen.
Die Bronchoskopie wird bei Verdacht auf Tracheainfiltration durchgeführt. Labordiagnostisch sind Tumormarker wie SCC, CEA und CA 19-9 von eingeschränkter Spezifität, aber im Verlauf hilfreich.
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