Ulcus ventriculi
Definition
Das Ulcus ventriculi ist ein **Defekt der Magenschleimhaut**, der die Muscularis mucosae überschreitet und mindestens bis in die Submukosa reicht (Abgrenzung zur Erosion). Typische Lokalisation ist die kleine Kurvatur oder der Antrum-Korpus-Übergang.
Die beiden wichtigsten Ursachen sind **Helicobacter-pylori-Infektion** (etwa 60-70 Prozent) und die Einnahme von **NSAR** oder Kortikosteroiden.
Risikofaktoren:
- Nikotin- und Alkoholabusus
- Stress
- höheres Alter
- Typ-0-Blutgruppe
Die Malignitätsrate ist höher als beim Ulcus duodeni — daher ist bei jedem Magenulkus eine **endoskopische Biopsie** obligatorisch.
Leitsymptome
Typisch ist der **epigastrische Schmerz**, oft als **Spätschmerz** etwa 30-60 Minuten nach dem Essen (im Gegensatz zum Nüchternschmerz beim Ulcus duodeni).
Weitere Symptome:
- Völlegefühl
- Übelkeit
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Aufstoßen
Bei Komplikationen:
- Hämatemesis (kaffeesatzartiges oder frisches Erbrechen) und Teerstuhl (Melaena) bei Blutung
- plötzlicher intensiver Oberbauchschmerz mit brettharten Abdomen bei Perforation
- Erbrechen mit Gewichtsverlust bei Magenausgangsstenose
Diagnostik
Goldstandard ist die **Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)** mit Biopsieentnahme. Mehrere Biopsien aus dem Ulkusrand und -grund sind Pflicht zum Ausschluss eines Karzinoms.
Gleichzeitig wird die **H.-pylori-Diagnostik** durchgeführt: CLO-Test (schneller Urease-Test aus der Biopsie), Histologie und PCR. Alternativ nicht-invasiv: 13C-Atemtest, Stuhl-Antigentest, IgG-Serologie.
Labor: Blutbild (Anämie bei chronischer Blutung), Eisenstatus, bei akuter Blutung Gerinnung und Transfusionsvorbereitung.
**Kontroll-ÖGD** nach 6-8 Wochen Therapie obligatorisch zur Abheilungs- und Malignitätskontrolle.
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