Anästhetika & Sedativa — Übersicht der Wirkstoffklassen
Prüfungsfokus
Die Kenntnisprüfung fragt Anästhetika und Sedativa bevorzugt in Notfallszenarien, bei der Auswahl des richtigen Wirkstoffs für einen spezifischen Patienten und bei der Erkennung und Behandlung von Komplikationen. Häufige Fallstricke sind: Propofol zur ICU-Sedierung bei Kindern unter 16 Jahren (absolut kontraindiziert!), Etomidat als Dauerinfusion (Nebennierensuppression), Ketamin ohne Benzodiazepin (Halluzinationen), Benzodiazepine peripartal (Floppy-Infant-Syndrom). Die maligne Hyperthermie ist ein klassisches Prüfungsthema: Trigger (Inhalationsanästhetika + Succinylcholin), Symptome (Hyperthermie, Muskelrigidität, Tachykardie, Azidose, Rhabdomyolyse) und Therapie (Dantrolen 2,5 mg/kg i.v., Triggersubstanz absetzen, Kühlung) müssen reflexartig abrufbar sein. Das Propofol-Infusionssyndrom wird oft mit der Frage nach ICU-Sedierung kombiniert: Dosislimit 4 mg/kg/h, Zeitlimit 7 Tage, Symptome (Azidose, Rhabdomyolyse, Herzrhythmusstörungen). Ketamin bei Schock und Bronchospasmus ist ein weiteres Standardszenario. Die Antagonisierung von Benzodiazepinen (Flumazenil 0,2 mg i.v., Wiederholung alle 60 Sekunden bis max. 1 mg) und Opioiden (Naloxon 0,4 mg i.v., ggf. Dauerinfusion) muss sicher beherrscht werden. RASS-Score und BIS-Monitoring als Steuerungsinstrumente der Sedierungstiefe sind prüfungsrelevant.
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