Antikonvulsiva (Antiepileptika) — Wirkstoffklasse
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden Antikonvulsiva häufig in drei Szenarien geprüft: Ersteinstellung einer Epilepsie (Anfallstyp bestimmen, richtigen Wirkstoff wählen), Status epilepticus (Stufentherapie auswendig kennen, Dosierungen nennen) und Antikonvulsiva bei besonderen Patientengruppen (Schwangerschaft, Niereninsuffizienz, ältere Patienten). Der häufigste Fallstrick ist die Verwechslung von fokaler und generalisierter Epilepsie: Carbamazepin ist bei generalisierten Epilepsien kontraindiziert (verschlechtert Absencen und Myoklonien), was Prüfer gezielt abfragen. Die Valproat-Teratogenität ist ein absolutes Prüfungsthema: Kandidaten müssen wissen, dass Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter nur mit sicherer Kontrazeption und nach Aufklärung gegeben werden darf, und dass bei Schwangerschaft auf Lamotrigin oder Levetiracetam umgestellt werden sollte. Die Stufentherapie des Status epilepticus mit konkreten Dosierungen (Lorazepam 0,1 mg/kg i.v., Levetiracetam 60 mg/kg i.v., Valproat 40 mg/kg i.v.) muss sicher sitzen. Die Lamotrigin-Titration und die Interaktion mit Valproat (HWZ-Verdoppelung) ist ein klassisches Interaktions-Szenario. Carbamazepin und orale Kontrazeptiva ist ein weiterer Klassiker. Die HLA-B*1502-Testung vor Carbamazepin bei asiatischen Patienten wird zunehmend geprüft. Pregabalin als BtMG-pflichtiges Medikament seit 2019 und das Missbrauchspotenzial bei Opioid-Abhängigen ist prüfungsrelevant. Phenytoin-Kinetik (Michaelis-Menten, sättigbar) und die Konsequenz für das Dosierungsmanagement werden in Interaktions-Szenarien abgefragt.
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