Aspergillose
Definition
Die Aspergillose ist eine durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursachte Infektionskrankheit, die vorwiegend die Atemwege befällt. Der häufigste Erreger ist Aspergillus fumigatus, der ubiquitär in der Umwelt vorkommt und über die Inhalation von Sporen (Konidien) aufgenommen wird. Je nach Immunstatus des Patienten manifestiert sich die Erkrankung in unterschiedlichen klinischen Formen von der allergischen bis zur invasiven Verlaufsform.
Epidemiologie
Die invasive Aspergillose betrifft vor allem immunsupprimierte Patienten mit einer Inzidenz von 5-25% bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation. Die allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) tritt bei 1-2% der Asthmatiker und bei 7-14% der Mukoviszidose-Patienten auf. Das Aspergillom entwickelt sich typischerweise in präformierten Hohlräumen wie Kavernen bei Patienten mit Tuberkulose-Vorerkrankung.
Ätiologie
Haupterreger ist Aspergillus fumigatus (über 90% der Fälle), gefolgt von Aspergillus flavus, Aspergillus niger und Aspergillus terreus. Die Sporen sind ubiquitär in der Umwelt vorhanden, besonders in Erde, Kompost und Baustaub. Risikofaktoren sind prolongierte Neutropenie (>10 Tage), allogene Stammzelltransplantation, hochdosierte Glukokortikoidtherapie (>0,3 mg/kg/Tag Prednisolon über >3 Wochen), hämatologische Malignome und solide Organtransplantationen.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden häufig klinische Fallvignetten mit neutropenen Patienten und therapierefraktärem Fieber präsentiert. Die Kenntnis der radiologischen Zeichen (Halo-Zeichen, Luftsichelzeichen) und der Galaktomannan-Diagnostik ist essentiell. Typische Prüfungsfragen betreffen die Unterscheidung der verschiedenen Aspergillose-Formen, die Erstlinientherapie und die Risikofaktoren. Häufiger Fallstrick ist die Verwechslung mit Mukormykose bei diabetischen Patienten.
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