Bakterielle Arthritis

Innere Medizin · Rheumatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die bakterielle Arthritis, auch septische Arthritis genannt, ist eine durch Bakterien verursachte akute Gelenkinfektion, die zu einer eitrigen Entzündung der Synovialmembran und nachfolgender Gelenkdestruktion führt. Sie stellt einen rheumatologischen Notfall dar, da ohne rasche Therapie innerhalb von Stunden bis Tagen eine irreversible Gelenkzerstörung eintreten kann. Die Infektion erfolgt meist hämatogen, seltener durch direkte Inokulation oder per continuitatem.

Merke: Die septische Arthritis ist ein rheumatologischer Notfall mit der Regel: Jedes akut geschwollene, schmerzhafte Gelenk ist bis zum Beweis des Gegenteils als septische Arthritis zu behandeln.

Epidemiologie

Die Inzidenz der bakteriellen Arthritis beträgt etwa 2-10 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr, wobei immunsupprimierte Patienten und Patienten mit vorbestehenden Gelenkerkrankungen besonders gefährdet sind. Das Kniegelenk ist mit etwa 50 Prozent am häufigsten betroffen, gefolgt von Hüft-, Schulter- und Sprunggelenk. Eine bimodale Altersverteilung zeigt Häufigkeitsgipfel bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 65 Jahren.

Ätiologie

Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus mit etwa 40-50 Prozent aller Fälle, gefolgt von Streptokokken und gramnegativen Erregern. Bei sexuell aktiven jungen Erwachsenen muss an Neisseria gonorrhoeae gedacht werden, die eine disseminierte Gonokokkeninfektion mit Arthritis verursachen kann. Wichtige Risikofaktoren sind vorbestehende Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus, immunsuppressive Therapie, intravenöser Drogenabusus und Gelenkprothesen. Die Infektion erfolgt überwiegend hämatogen, kann aber auch iatrogen nach Gelenkpunktion oder Operation entstehen.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird die septische Arthritis häufig als Notfallsituation im Rahmen von Fallvignetten geprüft. Typische Prüfungsfragen betreffen die Interpretation des Synovialpunktates, die Differentialdiagnose zur Gichtarthritis und das therapeutische Vorgehen. Die Kenntnis der Erregerepidemiologie nach Patientengruppe sowie die korrekten Antibiotikadosierungen werden regelmäßig abgefragt. Fallstricke sind die Verwechslung mit Gicht und das Versäumnis, bei Kristallnachweis eine begleitende Infektion auszuschließen.

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