Bilirubin (direkt & indirekt) — Gesamtbilirubin, konjugiertes und unkonjugiertes Bilirubin
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird Bilirubin fast ausnahmslos als Bestandteil einer klinischen Fallkonstellation geprüft — selten als isolierter Wert. Die Kommission erwartet, dass Kandidaten anhand der Bilirubin-Fraktionen (direkt vs. indirekt) und der Begleitparameter (AP, GGT, ALT, AST, LDH, Haptoglobin) sofort die richtige differentialdiagnostische Richtung einschlagen. Besonders häufig geprüft: Morbus Gilbert als Zufallsbefund (isoliertes indirektes Bilirubin, alle anderen Parameter normal), Choledocholithiasis mit Cholangitis (Charcot-Trias), und das akute Leberversagen mit King's-College-Kriterien. Die Unterscheidung prä/intra/posthepatischer Ikterus muss sitzen — inklusive der typischen Laborkonstellationen. Der De-Ritis-Quotient (AST/ALT) wird regelmäßig abgefragt: >2 bei alkoholischer Hepatitis, <1 bei viraler Hepatitis. Neonatale Hyperbilirubinämie und Phototherapie-Indikation sind ebenfalls prüfungsrelevant, besonders in pädiatrischen Szenarien. Kandidaten müssen die Umrechnung mg/dl ↔ µmol/l beherrschen (Faktor 17,1) und wissen, ab welchem Wert Ikterus klinisch sichtbar wird (ca. 35–40 µmol/l = 2,0–2,3 mg/dl). Die Charcot-Trias als Notfallsignal und die sofortige Antibiotika-Therapie plus ERCP-Indikation werden erwartet.
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