Bisphosphonate
Definition
Bisphosphonate sind synthetische Pyrophosphat-Analoga, die eine hohe Affinität zu Hydroxylapatit im Knochen besitzen und die Osteoklastenaktivität hemmen. Sie werden primär zur Behandlung der Osteoporose, bei Knochenmetastasen und beim Morbus Paget eingesetzt. Durch ihre stabile P-C-P-Bindung sind sie resistent gegen enzymatischen Abbau und akkumulieren im Knochengewebe.
Epidemiologie
Bisphosphonate gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten bei Osteoporose, wobei in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen an Osteoporose leiden. Die Verordnungshäufigkeit ist bei postmenopausalen Frauen am höchsten, da diese Gruppe das größte Risiko für osteoporotische Frakturen aufweist. Etwa 80 Prozent der mit Bisphosphonaten behandelten Patienten sind Frauen über 60 Jahre.
Ätiologie
Bisphosphonate werden bei Erkrankungen mit gesteigertem Knochenabbau eingesetzt. Die Hauptindikationen umfassen die primäre postmenopausale und senile Osteoporose sowie die sekundäre Osteoporose bei Glukokortikoidtherapie. Weitere wichtige Indikationen sind osteolytische Knochenmetastasen, das multiple Myelom, die tumorassoziierte Hyperkalzämie und der Morbus Paget. Die Auswahl des Bisphosphonats richtet sich nach Indikation, Applikationsweg und Patientenpräferenz.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden besonders die korrekte Einnahmetechnik oraler Bisphosphonate, die Dosierungen der wichtigsten Präparate und die Komplikationen abgefragt. Die Kieferosteonekrose als schwerwiegende Komplikation und deren Prävention ist ein häufiges Prüfungsthema. Der Wirkmechanismus über die Hemmung der Osteoklasten sollte bekannt sein. Typische Fallbeispiele betreffen postmenopausale Frauen mit Wirbelkörperfrakturen oder Tumorpatienten mit Knochenmetastasen.
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