Blasenkarzinom
Definition
Das Blasenkarzinom ist ein maligner Tumor der Harnblase, der in über 90 Prozent der Fälle als Urothelkarzinom auftritt. Es ist der häufigste maligne Tumor des Harntrakts und zeigt eine hohe Rezidivneigung. Man unterscheidet zwischen nicht-muskelinvasiven und muskelinvasiven Karzinomen, was für Therapie und Prognose entscheidend ist.
Epidemiologie
Das Blasenkarzinom ist der vierthäufigste maligne Tumor beim Mann und der zehnthäufigste bei der Frau. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr, wobei die Inzidenz in Deutschland bei etwa 29.000 Neuerkrankungen pro Jahr liegt.
Ätiologie
Der wichtigste Risikofaktor für das Blasenkarzinom ist das Rauchen, das für etwa 50 Prozent aller Fälle verantwortlich ist. Berufliche Exposition gegenüber aromatischen Aminen wie Benzidin und Beta-Naphthylamin bei Arbeitern in der Farbstoff-, Gummi- und Lederindustrie erhöht das Risiko erheblich. Chronische Harnwegsinfektionen und Bilharziose können zur Entstehung von Plattenepithelkarzinomen führen. Weitere Risikofaktoren sind Cyclophosphamid-Therapie und Bestrahlung des kleinen Beckens.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die Risikofaktoren, insbesondere Rauchen und aromatische Amine, abgefragt. Die TNM-Klassifikation mit Unterscheidung zwischen nicht-muskelinvasiv und muskelinvasiv ist prüfungsrelevant. Das Leitsymptom schmerzlose Makrohämaturie und das diagnostische Vorgehen werden regelmäßig geprüft. Die stadiengerechte Therapie mit Bacillus Calmette-Guérin bei Hochrisiko-Tumoren und die Indikation zur Zystektomie sind wichtige Prüfungsthemen.
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