Clostridioides difficile Infektion

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Clostridioides difficile Infektion ist eine durch das grampositive, sporenbildende, anaerobe Bakterium Clostridioides difficile verursachte Erkrankung des Dickdarms. Sie stellt die häufigste Ursache einer nosokomialen Diarrhö dar und manifestiert sich als antibiotikaassoziierte Kolitis bis hin zur lebensbedrohlichen pseudomembranösen Kolitis. Die Erkrankung entsteht typischerweise nach Störung der physiologischen Darmflora durch Antibiotikatherapie.

Merke: CDI ist die häufigste nosokomiale Durchfallerkrankung und tritt klassischerweise während oder bis zu 3 Monate nach Antibiotikatherapie auf.

Epidemiologie

Die Inzidenz der CDI liegt in Deutschland bei etwa 80-120 Fällen pro 100.000 Krankenhausaufnahmen mit steigender Tendenz. Betroffen sind vor allem ältere Patienten über 65 Jahre, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter exponentiell ansteigt. Die Letalität der schweren CDI beträgt 15-25 Prozent, bei fulminantem Verlauf bis zu 50 Prozent.

Ätiologie

Die Hauptursache ist die Störung der intestinalen Mikrobiota durch Antibiotikatherapie, wodurch sich Clostridioides difficile ungehindert vermehren kann. Besonders risikoreich sind Fluorchinolone, Clindamycin, Cephalosporine und Breitspektrumpenicilline. Weitere Risikofaktoren umfassen hohes Alter, Protonenpumpeninhibitoren, vorangegangene Krankenhausaufenthalte und Immunsuppression. Der hypervirulente Ribotyp 027 verursacht besonders schwere Verläufe mit erhöhter Toxinproduktion.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden häufig klinische Fallvignetten mit Diarrhö nach Antibiotikatherapie präsentiert. Besonders prüfungsrelevant sind die Risikofaktoren, die Schweregradeinteilung und die korrekte Therapiewahl mit exakten Dosierungen. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von Kolonisation und Infektion sowie die falsche Annahme, dass Metronidazol noch Standardtherapie ist. Die Hygienemaßnahmen mit der Unwirksamkeit von Alkohol gegen Sporen werden häufig abgefragt.

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