Chronisch venöse Insuffizienz
Definition
Die chronisch venöse Insuffizienz bezeichnet eine dauerhafte Funktionsstörung des venösen Rückflusses der unteren Extremitäten aufgrund einer Klappeninsuffizienz oder eines postthrombotischen Syndroms. Sie führt zu einer venösen Hypertonie mit konsekutiven trophischen Hautveränderungen bis hin zum Ulcus cruris venosum. Die Erkrankung stellt die häufigste Ursache für chronische Beinulzera dar.
Epidemiologie
Die Prävalenz der chronisch venösen Insuffizienz in Deutschland beträgt etwa 5-15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, wobei schwere Formen mit Ulcus cruris bei etwa 1-2 Prozent auftreten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer im Verhältnis von etwa 3:1. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an, wobei der Erkrankungsgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr liegt.
Ätiologie
Die primäre chronisch venöse Insuffizienz entsteht durch eine angeborene oder erworbene Venenwandschwäche mit konsekutiver Klappeninsuffizienz, meist im Rahmen einer Stammvarikosis. Die sekundäre Form entwickelt sich nach einer tiefen Beinvenenthrombose als postthrombotisches Syndrom durch Zerstörung der Venenklappen. Wichtige Risikofaktoren sind Adipositas, stehende Berufe, familiäre Disposition, Schwangerschaften und Bewegungsmangel. Die Kombination aus Klappeninsuffizienz und eingeschränkter Muskelpumpenfunktion führt zur venösen Hypertonie.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Unterscheidung zwischen venösem und arteriellem Ulkus, die CEAP-Klassifikation und die Kontraindikationen der Kompressionstherapie gefragt. Typische Fallfragen beinhalten einen Patienten mit Unterschenkelulkus am Innenknöchel und der Frage nach der wichtigsten diagnostischen Maßnahme oder Therapie. Die Kenntnis der Kompressionsklassen und deren Indikationen ist prüfungsrelevant. Häufige Fallstricke sind die Verwechslung von venösem und arteriellem Ulkus sowie das Vergessen der Durchblutungsprüfung vor Kompressionstherapie.
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