Delir
Definition
Das Delir ist ein akutes, potenziell reversibles hirnorganisches Syndrom, das durch eine Störung des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens und des Schlaf-Wach-Rhythmus gekennzeichnet ist. Es entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen und zeigt typischerweise einen fluktuierenden Verlauf mit Verschlechterung in den Abend- und Nachtstunden. Das Delir ist immer als Notfall zu betrachten, da es auf eine schwerwiegende zugrunde liegende Erkrankung hinweist.
Epidemiologie
Das Delir betrifft etwa 10-30 Prozent aller hospitalisierten Patienten über 65 Jahre und bis zu 80 Prozent der Intensivpatienten. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Postoperativ entwickeln etwa 15-25 Prozent der älteren Patienten nach großen chirurgischen Eingriffen ein Delir.
Ätiologie
Die Ursachen des Delirs sind vielfältig und lassen sich mit der Merkregel I WATCH DEATH systematisch erfassen. Häufige Auslöser sind Infektionen (besonders Harnwegsinfekte und Pneumonien), metabolische Entgleisungen, Medikamentennebenwirkungen und Entzugssyndrome. Prädisponierende Faktoren umfassen hohes Alter, vorbestehende Demenz, Multimorbidität und sensorische Einschränkungen. Die Kombination aus prädisponierenden und auslösenden Faktoren bestimmt das individuelle Risiko.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden besonders häufig die Unterscheidung zwischen Delir und Demenz sowie die korrekte Therapiewahl bei verschiedenen Delirformen gefragt. Typische Prüfungsfragen betreffen die CAM-Kriterien, die Merkregel für Ursachen und die medikamentöse Therapie. Fallstricke sind die Verwechslung von hypoaktivem Delir mit Depression und die falsche Medikamentenwahl beim Alkoholentzugsdelir. Die Kenntnis der Delir-Subtypen und ihrer unterschiedlichen Prognose ist prüfungsrelevant.
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