Dysphagie

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung, bei der der Transport von Nahrung, Flüssigkeiten oder Speichel vom Mund in den Magen erschwert oder unmöglich ist. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom verschiedener Grunderkrankungen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen oropharyngealer und ösophagealer Dysphagie.

Merke: Dysphagie ist immer ein Alarmsymptom und erfordert eine rasche diagnostische Abklärung, insbesondere zum Ausschluss eines Malignoms.

Epidemiologie

Die Prävalenz der Dysphagie liegt in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 3-6 Prozent und steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Bei Patienten über 65 Jahren sind bis zu 15 Prozent betroffen, in Pflegeheimen sogar bis zu 60 Prozent. Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall führen in 50-70 Prozent der Fälle zu einer Dysphagie.

Ätiologie

Die Ursachen der Dysphagie werden nach dem Ort der Störung eingeteilt. Oropharyngeale Dysphagien entstehen meist durch neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose. Ösophageale Dysphagien werden durch mechanische Obstruktionen wie Tumoren, Strikturen oder Schatzki-Ringe sowie durch Motilitätsstörungen wie Achalasie oder diffusen Ösophagusspasmus verursacht. Zu den Risikofaktoren zählen hohes Alter, Refluxerkrankung, Alkohol- und Nikotinabusus sowie Verätzungen in der Anamnese.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird besonders die Unterscheidung zwischen oropharyngealer und ösophagealer Dysphagie sowie zwischen mechanischer und funktioneller Genese gefragt. Die Alarmsymptome und die Notwendigkeit der endoskopischen Abklärung bei Malignomverdacht sind hochprüfungsrelevant. Typische Fallbeispiele beinhalten die progrediente Dysphagie mit Gewichtsverlust als Hinweis auf Ösophaguskarzinom sowie die Achalasie mit nächtlicher Regurgitation. Die Aspirationsprophylaxe bei Schlaganfallpatienten ist ein häufiges Prüfungsthema.

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