Elektrokardiogramm
Definition
Das Elektrokardiogramm ist eine nicht-invasive diagnostische Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität über Hautelektroden. Es erfasst die Summe aller elektrischen Potentiale, die bei der Erregungsausbreitung und -rückbildung im Herzen entstehen. Das Standard-EKG umfasst 12 Ableitungen und ermöglicht die Beurteilung von Herzrhythmus, Erregungsleitung und myokardialer Ischämie.
Epidemiologie
Das EKG ist die weltweit am häufigsten durchgeführte kardiologische Untersuchung mit geschätzten 300 Millionen Aufzeichnungen jährlich allein in Europa. In Deutschland wird bei nahezu jeder kardiologischen Vorstellung, präoperativen Abklärung und Notfallaufnahme ein EKG geschrieben. Die Untersuchung ist alters- und geschlechtsunabhängig einsetzbar und hat keine Kontraindikationen.
Ätiologie
Das EKG dient der Diagnostik verschiedenster kardialer Pathologien. Die häufigsten Indikationen umfassen die Abklärung von Thoraxschmerzen zum Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms, die Rhythmusdiagnostik bei Palpitationen oder Synkopen sowie die Verlaufskontrolle bei bekannten Herzerkrankungen. Weitere wichtige Einsatzgebiete sind die präoperative Risikoabschätzung, die Medikamentenkontrolle und die Diagnostik von Elektrolytstörungen.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Erkennung von Infarktzeichen und deren Lokalisation, die Unterscheidung verschiedener Rhythmusstörungen sowie die Berechnung der Herzfrequenz und des Lagetyps geprüft. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von STEMI und Perikarditis, das Übersehen eines AV-Blocks bei normalem Sinusrhythmus sowie die Fehlinterpretation von Schenkelblöcken. Die Sgarbossa-Kriterien bei Linksschenkelblock und die Wellens-Zeichen als Hinweis auf kritische LAD-Stenose sind hochprüfungsrelevant.
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