Empyem
Definition
Ein Empyem bezeichnet eine Eiteransammlung in einer präformierten Körperhöhle, wobei das Pleuraempyem (Pyothorax) die häufigste Form darstellt. Es handelt sich um eine eitrige Entzündung im Pleuraraum, die durch bakterielle Infektion entsteht und eine rasche therapeutische Intervention erfordert. Das Empyem entwickelt sich meist als Komplikation einer Pneumonie, eines thoraxchirurgischen Eingriffs oder einer Ösophagusperforation.
Epidemiologie
Die Inzidenz des Pleuraempyems liegt bei etwa 5-10 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr mit steigender Tendenz. Männer sind häufiger betroffen als Frauen im Verhältnis 2:1. Risikopatienten sind vor allem ältere Menschen über 65 Jahre, immunsupprimierte Patienten und Personen mit chronischen Lungenerkrankungen oder Alkoholabusus.
Ätiologie
Die häufigste Ursache ist die parapneumonische Entstehung als Komplikation einer bakteriellen Pneumonie in etwa 40-60% der Fälle. Weitere wichtige Ursachen sind iatrogene Infektionen nach thoraxchirurgischen Eingriffen, Ösophagusperforationen mit Mediastinitis sowie hämatogene Streuung bei Sepsis. Die häufigsten Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae und Anaerobier. Bei nosokomialen Infektionen dominieren gramnegative Keime und multiresistente Erreger.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird besonders häufig nach der Stadieneinteilung und den entsprechenden therapeutischen Konsequenzen gefragt. Die Interpretation des Pleurapunktats mit den Grenzwerten für pH, Glukose und LDH ist prüfungsrelevant. Typische Fallbeispiele beschreiben einen Patienten mit Pneumonie und persistierendem Fieber, bei dem ein Empyem diagnostiziert werden muss. Die Unterscheidung zwischen konservativer und operativer Therapieindikation ist ein häufiger Prüfungsinhalt.
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