Endotracheale Intubation
Definition
Die endotracheale Intubation ist ein invasives Verfahren zur Sicherung der Atemwege, bei dem ein Tubus durch den Mund oder die Nase in die Trachea eingeführt wird. Sie dient der Beatmung, dem Aspirationsschutz und der Sauerstoffzufuhr bei bewusstlosen oder kritisch kranken Patienten. Die Intubation stellt den Goldstandard der definitiven Atemwegssicherung in der Notfallmedizin dar.
Epidemiologie
Die endotracheale Intubation wird bei etwa 1-3 Prozent aller präklinischen Notfalleinsätze durchgeführt. Im innerklinischen Bereich erfolgt sie bei nahezu allen Allgemeinanästhesien sowie bei etwa 80 Prozent der Intensivpatienten mit Beatmungspflicht. Die Erfolgsrate beim ersten Versuch liegt bei erfahrenen Anwendern bei über 90 Prozent, kann jedoch bei schwierigen Atemwegen deutlich geringer sein.
Ätiologie
Die Indikationen zur endotrachealen Intubation umfassen Bewusstlosigkeit mit fehlendem Schutzreflex (Glasgow-Koma-Skala unter 9), respiratorische Insuffizienz, Aspirationsgefahr und geplante operative Eingriffe. Bei kardiologischen Notfällen ist die Intubation insbesondere bei Reanimation, kardiogenem Schock mit Lungenödem und schweren Herzrhythmusstörungen mit Bewusstseinsverlust indiziert. Kontraindikationen sind relativ und umfassen Epiglottitis bei Kindern sowie massive Gesichtstraumata.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden besonders die Indikationen, die korrekte Durchführung der RSI mit Medikamentendosierungen und die Lagekontrolle abgefragt. Typische Fallstricke sind die fehlende Kapnographie-Überwachung, zu hohe Cuff-Drücke und das Übersehen einer einseitigen Intubation. Die Klassifikationen nach Mallampati und Cormack-Lehane sowie das LEMON-Schema sind häufige Prüfungsthemen. Bei kardiologischen Notfällen ist die Wahl des kreislaufstabilen Hypnotikums prüfungsrelevant.
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