Enzephalitis
Definition
Die Enzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Hirnparenchyms, die durch Erreger (vorwiegend Viren) oder autoimmune Prozesse verursacht wird. Sie manifestiert sich durch eine Kombination aus Bewusstseinsstörungen, fokalen neurologischen Defiziten und häufig begleitenden meningealen Reizzeichen. Bei gleichzeitiger Beteiligung der Meningen spricht man von einer Meningoenzephalitis.
Epidemiologie
Die Inzidenz der Enzephalitis beträgt etwa 5-8 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland. Die Herpes-simplex-Enzephalitis ist mit etwa 10-20% aller Fälle die häufigste sporadische virale Enzephalitis. Es besteht eine bimodale Altersverteilung mit Häufigkeitsgipfeln im Kindesalter und bei älteren Erwachsenen über 65 Jahren.
Ätiologie
Die häufigsten Erreger sind Viren, wobei das Herpes-simplex-Virus Typ 1 die wichtigste Ursache darstellt. Weitere virale Erreger umfassen Varizella-Zoster-Virus, Enteroviren, Arboviren (FSME-Virus) und bei Immunsupprimierten das Zytomegalievirus. Autoimmune Enzephalitiden wie die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis gewinnen zunehmend an Bedeutung. Bakterielle, parasitäre und pilzbedingte Enzephalitiden sind seltener, aber therapeutisch relevant.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig Fallvignetten mit Fieber, Bewusstseinsstörung und fokalen neurologischen Symptomen präsentiert, bei denen die Verdachtsdiagnose HSV-Enzephalitis gestellt und die sofortige Therapieeinleitung gefordert wird. Besonders wichtig sind die Aciclovir-Dosierung, die Liquorbefunde und die typischen MRT-Veränderungen bei HSV-Enzephalitis. Die Differentialdiagnose zur bakteriellen Meningitis wird häufig geprüft. Auch die autoimmune Enzephalitis, insbesondere die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis bei jungen Frauen, ist ein beliebtes Prüfungsthema.
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