Epididymitis
Definition
Die Epididymitis ist eine akute oder chronische Entzündung des Nebenhodens (Epididymis), die meist durch eine aufsteigende bakterielle Infektion über den Ductus deferens entsteht. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen eines akuten Skrotums beim erwachsenen Mann und kann unbehandelt zu einer Orchiepididymitis mit Hodenbeteiligung fortschreiten. Die Erkrankung wird nach ICD-10 unter N45.1 klassifiziert.
Epidemiologie
Die Epididymitis tritt überwiegend bei sexuell aktiven Männern zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, wobei die Inzidenz bei etwa 1-2 pro 1000 Männern pro Jahr liegt. Ein zweiter Häufigkeitsgipfel findet sich bei Männern über 60 Jahren, oft im Zusammenhang mit Prostatahyperplasie und Harnwegsinfektionen. Die Erkrankung betrifft ausschließlich Männer und zeigt eine linksseitige Bevorzugung.
Ätiologie
Die Ursachen der Epididymitis unterscheiden sich altersabhängig. Bei sexuell aktiven Männern unter 35 Jahren dominieren sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae. Bei Männern über 35 Jahren sowie bei Patienten mit urologischen Vorerkrankungen überwiegen gramnegative Enterobakterien wie Escherichia coli, Klebsiella und Pseudomonas aeruginosa. Risikofaktoren umfassen Harnwegsinfektionen, Prostatahyperplasie, Dauerkatheter, urologische Eingriffe und anatomische Anomalien.
Prüfungsfokus
In der Prüfung wird besonders die Differenzierung zwischen Epididymitis und Hodentorsion abgefragt, da letztere einen urologischen Notfall darstellt. Wichtig sind das Prehn-Zeichen, der Kremasterreflex und die Dopplersonographie-Befunde. Die altersabhängige Erregerzuordnung und entsprechende Antibiotikawahl werden häufig geprüft. Typische Fallfragen beinhalten das akute Skrotum mit der Frage nach der wahrscheinlichsten Diagnose und dem weiteren Vorgehen.
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