Epilepsie

Neurologie · Zentrale Erkrankungen · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholt auftretende, unprovozierte epileptische Anfälle charakterisiert ist. Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine pathologisch gesteigerte, synchrone Entladung von Neuronenverbänden im Gehirn. Die Diagnose erfordert mindestens zwei unprovozierte Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden oder einen unprovozierten Anfall mit hohem Rezidivrisiko.

Merke: Epilepsie-Definition: Mindestens 2 unprovozierte Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden ODER 1 Anfall plus hohes Rezidivrisiko (über 60 Prozent).

Epidemiologie

Die Prävalenz der Epilepsie liegt bei etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung, entsprechend etwa 500.000 bis 800.000 Betroffenen in Deutschland. Die Inzidenz beträgt circa 40 bis 70 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Die Altersverteilung zeigt zwei Häufigkeitsgipfel: im Kindesalter und bei Patienten über 65 Jahren, wobei keine wesentliche Geschlechtspräferenz besteht.

Ätiologie

Die Ätiologie der Epilepsie wird in genetische, strukturelle, metabolische, immunvermittelte, infektiöse und unbekannte Ursachen eingeteilt. Strukturelle Ursachen umfassen Hirntumore, Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata, Hippokampussklerose und kortikale Entwicklungsstörungen. Genetische Epilepsien beruhen auf bekannten oder vermuteten genetischen Defekten, bei denen die Anfälle das Kernsymptom darstellen. Wichtige Risikofaktoren sind perinatale Hirnschäden, Meningitis oder Enzephalitis in der Vorgeschichte sowie eine positive Familienanamnese.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Anfallsklassifikation, die Differenzierung zwischen fokalen und generalisierten Anfällen sowie die Notfalltherapie des Status epilepticus geprüft. Typische Fallfragen betreffen die Auswahl des geeigneten Antikonvulsivums bei bestimmten Epilepsiesyndromen und die Beratung bezüglich Fahrtauglichkeit. Häufige Fallstricke sind die Verwechslung von Synkope und epileptischem Anfall sowie die Nichtbeachtung von Kontraindikationen wie Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die EEG-Muster der wichtigsten Epilepsiesyndrome und die Stufentherapie des Status epilepticus sollten sicher beherrscht werden.

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