Erysipel

Innere Medizin · Hämatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Das Erysipel ist eine akute, sich flächenhaft ausbreitende bakterielle Infektion der Haut, die vorwiegend die Dermis und die oberflächlichen Lymphgefäße betrifft. Die Erkrankung wird fast ausschließlich durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) verursacht und zeigt eine charakteristische scharf begrenzte, flammenförmige Rötung mit Überwärmung. Im Volksmund wird das Erysipel auch als Wundrose oder Rotlauf bezeichnet.

Merke: Das Erysipel ist eine Streptokokken-Infektion der Dermis mit scharfer Begrenzung - die scharfe Grenze unterscheidet es von der Phlegmone!

Epidemiologie

Die Inzidenz des Erysipels liegt bei etwa 10-100 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Die Erkrankung tritt gehäuft bei älteren Menschen über 60 Jahren auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Prädilektionsstellen sind die unteren Extremitäten (70-80% der Fälle) sowie das Gesicht (etwa 20% der Fälle).

Ätiologie

Der Haupterreger des Erysipels ist Streptococcus pyogenes (beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A), seltener Streptokokken der Gruppen B, C oder G. Die Eintrittspforte ist meist eine kleine Hautläsion wie Rhagaden, Tinea pedis, Insektenstiche oder postoperative Wunden. Wesentliche Risikofaktoren sind lymphatische Abflussstörungen, chronisch venöse Insuffizienz, Diabetes mellitus, Adipositas und Immunsuppression. Ein vorausgegangenes Erysipel erhöht das Rezidivrisiko erheblich, da die Lymphgefäße dauerhaft geschädigt werden können.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung wird häufig nach der Unterscheidung zwischen Erysipel und Phlegmone gefragt, wobei die scharfe Begrenzung das entscheidende Kriterium darstellt. Die Therapie mit Penicillin als Mittel der ersten Wahl ist regelmäßig Prüfungsgegenstand, ebenso wie die Differentialdiagnose zur nekrotisierenden Fasziitis als chirurgischem Notfall. Klassische Fallbeispiele beschreiben ältere Patienten mit akutem Fieber und scharf begrenzter Rötung am Unterschenkel, oft mit Hinweis auf Tinea pedis als Eintrittspforte. Die Risikofaktoren und das Konzept des Circulus vitiosus bei rezidivierendem Erysipel werden ebenfalls häufig abgefragt.

Üben wie in der echten Prüfung

Führen Sie das Gespräch per Sprache mit einem KI-Patienten und einem KI-Prüfer – zwei Simulationen sind kostenlos.

Ganze Lerntafel öffnenKI-Simulation testenTelegram-Community

← Alle Themen