Fazialisparese
Definition
Die Fazialisparese ist eine Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur durch Schädigung des Nervus facialis (VII. Hirnnerv). Man unterscheidet die periphere Fazialisparese mit Ausfall aller Gesichtsmuskeln einer Seite von der zentralen Fazialisparese mit Aussparung der Stirnmuskulatur. Die häufigste Form ist die idiopathische periphere Fazialisparese (Bell-Lähmung).
Epidemiologie
Die Inzidenz der idiopathischen Fazialisparese beträgt etwa 20-30 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr, wobei Männer und Frauen gleich häufig betroffen sind. Schwangere im dritten Trimenon haben ein dreifach erhöhtes Risiko.
Ätiologie
Die idiopathische Fazialisparese (Bell-Lähmung) macht etwa 60-75% aller Fälle aus, wobei eine Reaktivierung von Herpes-simplex-Viren als Ursache diskutiert wird. Infektiöse Ursachen umfassen Varizella-Zoster-Virus (Zoster oticus), Borreliose (Neuroborreliose) und HIV. Weitere Ursachen sind Tumoren (Akustikusneurinom, Parotistumoren), Traumata (Felsenbeinfraktur), Otitis media und systemische Erkrankungen wie Sarkoidose und Diabetes mellitus.
Prüfungsfokus
In der Prüfung wird besonders häufig die Unterscheidung zwischen peripherer und zentraler Fazialisparese gefragt. Die Therapie mit Prednisolon-Dosierung und Zeitfenster ist prüfungsrelevant. Der Zoster oticus mit dem typischen Bild (Bläschen, Schmerzen, Fazialisparese) wird gerne als Fallbeispiel verwendet. Die Differentialdiagnose bei beidseitiger Fazialisparese (Borreliose, Guillain-Barré) ist ein klassischer Prüfungsinhalt.
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