Femurschaftfraktur
Definition
Die Femurschaftfraktur bezeichnet einen Knochenbruch im Bereich des Oberschenkelschaftes, der sich zwischen dem subtrochantären Bereich proximal und der suprakondylären Region distal erstreckt. Sie entsteht typischerweise durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung und geht aufgrund des großen Weichteilmantels häufig mit erheblichem Blutverlust von bis zu 1500-2000 ml einher. Die Femurschaftfraktur gilt als schwere Verletzung und erfordert in der Regel eine operative Versorgung.
Epidemiologie
Die Femurschaftfraktur weist eine bimodale Altersverteilung auf mit einem Häufigkeitsgipfel bei jungen Männern zwischen 15 und 35 Jahren nach Hochrasanztraumata sowie einem zweiten Gipfel bei älteren Patienten über 70 Jahren mit osteoporotischen Knochen. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz liegt bei etwa 10-20 pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
Ätiologie
Bei jüngeren Patienten sind Hochrasanztraumata wie Verkehrsunfälle, Motorradunfälle oder Stürze aus großer Höhe die Hauptursache. Bei älteren Patienten können bereits Niedrigenergietraumata wie ein einfacher Sturz aus dem Stand zur Fraktur führen, insbesondere bei vorliegender Osteoporose. Pathologische Frakturen entstehen durch Knochenmetastasen oder primäre Knochentumoren. Seltener sind Ermüdungsfrakturen bei Sportlern oder Soldaten.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die Klassifikation nach AO, die typischen Dislokationsrichtungen durch Muskelzug sowie die Therapiewahl gefragt. Der erhebliche Blutverlust und das Fettemboliesyndrom als lebensbedrohliche Komplikationen sind klassische Prüfungsthemen. Die Indikationen für verschiedene Osteosyntheseverfahren und die obligate pDMS-Kontrolle werden regelmäßig abgefragt. Typische Fallstricke sind das Übersehen von Begleitverletzungen und die Unterschätzung des Blutverlustes.
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