Furunkel und Karbunkel
Definition
Ein Furunkel ist eine tiefe, eitrige Entzündung des Haarfollikels und des umgebenden Gewebes, die durch Staphylococcus aureus verursacht wird und einen zentralen Nekrosepfropf bildet. Ein Karbunkel entsteht durch die Konfluenz mehrerer benachbarter Furunkel und stellt eine großflächige, tiefreichende Entzündung mit multiplen Nekroseherden dar. Beide Erkrankungen gehören zu den Pyodermien und treten bevorzugt an behaarten, schweißreichen Körperstellen auf.
Epidemiologie
Furunkel und Karbunkel treten bevorzugt bei Erwachsenen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Inzidenz ist bei Patienten mit Diabetes mellitus, Adipositas und Immunsuppression deutlich erhöht. Prädilektionsstellen sind Nacken, Gesäß, Oberschenkel, Achselhöhlen und das Gesicht.
Ätiologie
Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus, wobei zunehmend auch methicillinresistente Stämme (MRSA) eine Rolle spielen. Risikofaktoren sind mangelnde Hygiene, Diabetes mellitus, chronische Hauterkrankungen wie Ekzeme, Immunsuppression und mechanische Reizung durch enge Kleidung. Eine gestörte Hautbarriere und erhöhte Schweißproduktion begünstigen die Entstehung. Auch eine nasale Kolonisation mit Staphylococcus aureus kann zu rezidivierenden Infektionen führen.
Prüfungsfokus
In der Prüfung wird besonders nach dem Unterschied zwischen Furunkel und Karbunkel gefragt sowie nach der gefährlichen Lokalisation im Gesicht. Die Therapieindikation für systemische Antibiotika und die Komplikation der Sinus-cavernosus-Thrombose sind häufige Prüfungsthemen. Auch die Abgrenzung zur Hidradenitis suppurativa und die Sanierung bei rezidivierender Furunkulose werden gerne abgefragt.
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