Gamma-GT und Alkalische Phosphatase
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden GGT und AP fast immer im Kontext eines klinischen Szenarios geprüft, nicht als isolierte Zahlen. Die häufigsten Szenarien sind: (1) Differenzierung Cholestase vs. hepatozellulärer Schaden anhand des Enzymmuster, (2) Abklärung einer isolierten AP-Erhöhung mit der Frage nach ossärer vs. hepatischer Ursache, (3) Notfall-Management der akuten Cholangitis mit Charcot-Trias, (4) Diagnose und Therapie der PBC mit UDCA-Einleitung und Barcelona-Kriterien. Prüfer erwarten, dass Kandidaten das Cholestasemuster (GGT + AP + direktes Bilirubin erhöht, ALT/AST nur leicht erhöht) vom hepatozellulären Muster (ALT/AST dominant erhöht, GGT/AP nur leicht erhöht) sicher unterscheiden können. Die Faustregel 'GGT normal = AP kommt aus dem Knochen' muss sitzen. Beim Thema Alkohol ist die GGT als sensibelster Marker und ihre Normalisierungskinetik (4–6 Wochen nach Karenz) prüfungsrelevant. Die Charcot-Trias und Reynolds-Pentade müssen auswendig bekannt sein, ebenso die Soforttherapie der akuten Cholangitis. PBC-spezifisch: AMA-M2-Antikörper, überwiegend Frauen, UDCA-Therapie, Barcelona-Kriterien. PSC-spezifisch: Assoziation mit Colitis ulcerosa, pANCA, MRCP-Befund. Medikamentöse Enzyminduktion (Antiepileptika) als Ursache einer isolierten GGT-Erhöhung ist ein häufiger Fallstrick in der Prüfung.
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