Glucocorticoide
Definition
Glucocorticoide sind Steroidhormone, die in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde synthetisiert werden und über intrazelluläre Rezeptoren vielfältige metabolische, immunsuppressive und antiinflammatorische Wirkungen entfalten. Das wichtigste endogene Glucocorticoid ist Cortisol, dessen Sekretion einem zirkadianen Rhythmus mit morgendlichem Maximum folgt und über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse reguliert wird. Synthetische Glucocorticoide gehören zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten in der Inneren Medizin.
Epidemiologie
Etwa 1-3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erhalten eine Langzeittherapie mit Glucocorticoiden. Die häufigsten Indikationen sind chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Asthma bronchiale und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Patienten unter Glucocorticoid-Dauertherapie.
Ätiologie
Die therapeutische Anwendung von Glucocorticoiden erfolgt bei entzündlichen, allergischen, autoimmunologischen und malignen Erkrankungen. Die Wirkung beruht auf der Bindung an den intrazellulären Glucocorticoid-Rezeptor mit nachfolgender Translokation in den Zellkern und Modulation der Genexpression. Transaktivierung führt zur Synthese antiinflammatorischer Proteine, während Transrepression die Bildung proinflammatorischer Zytokine hemmt.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig Äquivalenzdosen der verschiedenen Glucocorticoide, Nebenwirkungen und deren Management sowie das korrekte Ausschleichen nach Langzeittherapie gefragt. Typische Fallfragen betreffen die Erkennung einer iatrogenen Cushing-Symptomatik oder die Notfallbehandlung einer Addison-Krise. Die Unterscheidung der verschiedenen Glucocorticoide nach Wirkstärke und mineralocorticoider Aktivität ist prüfungsrelevant.
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