Gürtelrose (Herpes Zoster)
Definition
Herpes Zoster (Gürtelrose) ist eine durch Reaktivierung des latent in den Spinalganglien persistierenden Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursachte Erkrankung. Die Erkrankung manifestiert sich als schmerzhafter, dermatombezogener, einseitiger Hautausschlag mit gruppiert stehenden Bläschen auf erythematösem Grund. Die Erstinfektion mit VZV führt zu Windpocken (Varizellen), während die Reaktivierung den Herpes Zoster verursacht.
Epidemiologie
Die Lebenszeitprävalenz für Herpes Zoster beträgt etwa 25-30 Prozent bei Personen, die zuvor Varizellen durchgemacht haben. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an und liegt bei über 50-Jährigen bei etwa 5-7 pro 1000 Personenjahre, bei über 80-Jährigen sogar bei 10-12 pro 1000 Personenjahre. Immunsupprimierte Patienten haben ein 20- bis 100-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Ätiologie
Die Ursache ist die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV, humanes Herpesvirus 3), das nach der Primärinfektion lebenslang in den sensorischen Ganglien persistiert. Die Reaktivierung wird durch eine Abnahme der VZV-spezifischen T-Zell-Immunität begünstigt. Hauptrisikofaktoren sind hohes Alter, Immunsuppression (HIV, Chemotherapie, Organtransplantation), maligne Erkrankungen und schwere körperliche oder psychische Belastung. Auch UV-Exposition und Traumata können als Trigger fungieren.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung wird Herpes Zoster häufig als Blickdiagnose anhand klinischer Fallbeschreibungen oder Bildmaterial geprüft. Besonders wichtig sind die Erkennung der Sonderformen (Zoster ophthalmicus mit Hutchinson-Zeichen, Zoster oticus), die korrekte antivirale Therapie mit Dosierungen und die absolute Kontraindikation von Brivudin bei 5-FU-Therapie. Die Differentialdiagnose zu Herpes simplex und die Indikationen zur intravenösen Therapie werden regelmäßig abgefragt.
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