Guillain-Barré-Syndrom

Neurologie · Periphere Nerven · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine akute, immunvermittelte Polyradikuloneuropathie, die typischerweise nach einer vorausgegangenen Infektion auftritt. Es handelt sich um eine aufsteigende, symmetrische schlaffe Lähmung mit Areflexie, die innerhalb von Stunden bis wenigen Wochen progredient verläuft. Die Erkrankung stellt einen neurologischen Notfall dar, da eine respiratorische Insuffizienz durch Beteiligung der Atemmuskulatur lebensbedrohlich werden kann.

Merke: Aufsteigende schlaffe Lähmung plus Areflexie plus Liquor-Eiweißerhöhung bei normaler Zellzahl (zytoalbuminäre Dissoziation) = GBS.

Epidemiologie

Die Inzidenz des Guillain-Barré-Syndroms beträgt etwa 1-2 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 1,5:1. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, zeigt jedoch zwei Häufigkeitsgipfel im jungen Erwachsenenalter und bei älteren Menschen über 50 Jahren.

Ätiologie

In etwa zwei Dritteln der Fälle geht dem Guillain-Barré-Syndrom eine Infektion 1-4 Wochen voraus, am häufigsten eine gastrointestinale oder respiratorische Infektion. Der wichtigste identifizierte Erreger ist Campylobacter jejuni, der in bis zu 30 Prozent der Fälle nachweisbar ist. Weitere assoziierte Erreger sind Cytomegalievirus, Epstein-Barr-Virus, Mycoplasma pneumoniae und Haemophilus influenzae. Selten kann das GBS auch nach Impfungen, Operationen oder in der Schwangerschaft auftreten.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird das Guillain-Barré-Syndrom häufig als Fallbeispiel mit aufsteigender Lähmung nach vorausgegangener Diarrhoe präsentiert. Besonders wichtig ist die Kenntnis der diagnostischen Kriterien mit zytoalbuminärer Dissoziation und der Unterscheidung von Differentialdiagnosen. Die Therapie mit intravenösen Immunglobulinen oder Plasmapherese sowie die Unwirksamkeit von Kortikosteroiden werden regelmäßig abgefragt. Die Erkennung von Warnsignalen für eine drohende Ateminsuffizienz ist prüfungsrelevant.

Üben wie in der echten Prüfung

Führen Sie das Gespräch per Sprache mit einem KI-Patienten und einem KI-Prüfer – zwei Simulationen sind kostenlos.

Ganze Lerntafel öffnenKI-Simulation testenTelegram-Community

← Alle Themen