Hämorrhoiden
Definition
Hämorrhoiden sind arteriovenöse Gefäßpolster (Corpus cavernosum recti) im Bereich des Analkanals, die physiologischerweise zur Feinkontinenz beitragen. Das Hämorrhoidalleiden entsteht durch pathologische Vergrößerung und Verlagerung dieser Gefäßpolster nach distal mit konsekutiver Symptomatik. Die Hauptlokalisation entspricht den drei Hauptästen der Arteria rectalis superior bei 3, 7 und 11 Uhr in Steinschnittlage.
Epidemiologie
Das Hämorrhoidalleiden ist eine der häufigsten proktologischen Erkrankungen mit einer Prävalenz von etwa 50 Prozent der über 50-Jährigen. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen, wobei Männer häufiger ärztliche Hilfe suchen.
Ätiologie
Die Entstehung des Hämorrhoidalleidens ist multifaktoriell bedingt. Chronische Obstipation mit starkem Pressen beim Stuhlgang führt zu erhöhtem intraabdominellem Druck und Gefäßdilatation. Weitere Risikofaktoren sind ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeit, Schwangerschaft und chronische Diarrhö. Eine genetische Bindegewebsschwäche kann ebenfalls prädisponierend wirken.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders die Klassifikation nach Goligher, die stadiengerechte Therapie und die Differentialdiagnostik bei rektaler Blutung gefragt. Typische Fallfragen beinhalten die Unterscheidung zwischen Hämorrhoidalleiden und Perianalvenenthrombose sowie die Indikation zur Koloskopie. Die Lokalisation bei 3, 7 und 11 Uhr in Steinschnittlage ist ein klassisches Prüfungsdetail. Wichtig ist auch das Erkennen von Warnsymptomen, die eine weitere Abklärung erfordern.
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