Harnröhrenstriktur
Definition
Die Harnröhrenstriktur bezeichnet eine narbige Verengung der Harnröhre (Urethra), die zu einer Behinderung des Harnabflusses führt. Es handelt sich um eine fibrotische Veränderung der Urethralwand mit Einengung des Lumens, wobei prinzipiell jeder Abschnitt der Harnröhre betroffen sein kann. Bei Männern ist die Erkrankung aufgrund der längeren Harnröhre deutlich häufiger als bei Frauen.
Epidemiologie
Die Harnröhrenstriktur betrifft nahezu ausschließlich Männer mit einer Inzidenz von etwa 200-1200 pro 100.000 Männer. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. In Entwicklungsländern ist die infektiöse Genese (Gonorrhoe) häufiger, während in Industrieländern iatrogene und traumatische Ursachen überwiegen.
Ätiologie
Die häufigsten Ursachen der Harnröhrenstriktur sind iatrogene Traumata durch transurethrale Eingriffe, Dauerkatheterisierung oder Zystoskopie. Externe Traumata wie Beckenbrüche oder Straddle-Verletzungen (Aufprall auf das Perineum) stellen weitere wichtige Ursachen dar. Infektiöse Ursachen, insbesondere die Gonorrhoe und der Lichen sclerosus, spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. In etwa 30-40% der Fälle bleibt die Ätiologie idiopathisch.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden häufig die typische Anamnese mit abgeschwächtem Harnstrahl und die Diagnostik mittels retrograder Urethrographie gefragt. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen anterioren und posterioren Strikturen sowie die Therapieindikationen. Fallstricke sind die Verwechslung mit BPH und die Wahl der falschen Therapie bei Rezidivstrikturen.
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