Hepatozelluläres Karzinom
Definition
Das hepatozelluläre Karzinom ist ein primär maligner Tumor der Leber, der von den Hepatozyten ausgeht und in über 80 Prozent der Fälle auf dem Boden einer Leberzirrhose entsteht. Es handelt sich um den häufigsten primären Lebertumor weltweit und den fünfthäufigsten malignen Tumor insgesamt. Das HCC zeigt eine ausgeprägte Tendenz zur Gefäßinvasion und intrahepatischen Metastasierung.
Epidemiologie
Die Inzidenz in Deutschland beträgt etwa 5-10 pro 100.000 Einwohner pro Jahr mit steigender Tendenz. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Weltweit ist das HCC in Südostasien und Subsahara-Afrika aufgrund der hohen Hepatitis-B-Prävalenz besonders häufig.
Ätiologie
Die Leberzirrhose jeglicher Genese stellt den wichtigsten Risikofaktor dar und liegt bei über 80 Prozent der Patienten vor. In Deutschland sind die chronische Hepatitis-C-Infektion und die alkoholische Lebererkrankung die häufigsten Ursachen, während weltweit die Hepatitis-B-Infektion dominiert. Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung gewinnt als Risikofaktor zunehmend an Bedeutung. Weitere Risikofaktoren sind Aflatoxin-Exposition, Hämochromatose, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel und primär biliäre Cholangitis.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden häufig die Risikofaktoren, insbesondere der Zusammenhang mit der Leberzirrhose, abgefragt. Die typische Bildgebung mit arteriellem Enhancement und portalvenösem Wash-out ist ein Klassiker. Die BCLC-Klassifikation mit zugeordneter Therapieempfehlung und die Mailand-Kriterien für die Transplantation sind prüfungsrelevant. Fallbeispiele präsentieren oft einen Zirrhose-Patienten mit neu aufgetretenem Leberherd.
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