Herzrhythmusstörungen Übersicht

Innere Medizin · Kardiologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Herzrhythmusstörungen sind Abweichungen vom normalen Sinusrhythmus, die durch Störungen der Erregungsbildung oder Erregungsleitung des Herzens entstehen. Sie umfassen sowohl bradykarde Rhythmusstörungen mit einer Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute als auch tachykarde Rhythmusstörungen mit einer Frequenz über 100 Schlägen pro Minute. Die klinische Bedeutung reicht von harmlosen Extrasystolen bis hin zu lebensbedrohlichen Arrhythmien wie Kammerflimmern.

Merke: Bradykardie unter 60/min, Tachykardie über 100/min - Normaler Sinusrhythmus 60-100/min mit regelmäßigem P-QRS-T-Komplex.

Epidemiologie

Herzrhythmusstörungen betreffen etwa 2-4% der Allgemeinbevölkerung, wobei die Prävalenz mit zunehmendem Alter stark ansteigt. Vorhofflimmern als häufigste anhaltende Arrhythmie betrifft etwa 1-2% der Gesamtbevölkerung und über 10% der über 80-Jährigen. Männer sind insgesamt häufiger betroffen, wobei bestimmte Arrhythmien wie die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie bei Frauen überwiegen.

Ätiologie

Die Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind vielfältig und umfassen kardiale sowie extrakardiale Faktoren. Kardiale Ursachen beinhalten koronare Herzkrankheit, Kardiomyopathien, Herzklappenfehler, Myokarditis und angeborene Herzfehler. Extrakardiale Ursachen sind Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Medikamente und Intoxikationen. Auch vegetative Einflüsse, Fieber, Anämie und Lungenerkrankungen können Arrhythmien auslösen.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung werden häufig EKG-Interpretationen von Rhythmusstörungen abgefragt, insbesondere die Unterscheidung zwischen supraventrikulären und ventrikulären Tachykardien. Die Akuttherapie bei instabilen Arrhythmien mit korrekten Dosierungen ist hochrelevant. Der CHA2DS2-VASc-Score bei Vorhofflimmern und die Indikationen zur Antikoagulation werden regelmäßig geprüft. Die Kontraindikationen für bestimmte Antiarrhythmika, besonders Verapamil bei WPW-Syndrom und Breitkomplextachykardie, sind klassische Fallstricke.

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