Hirntumor

Neurologie · Zentrale Erkrankungen · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Hirntumore sind Neubildungen des zentralen Nervensystems, die primär aus Hirngewebe entstehen oder als Metastasen anderer Organtumoren auftreten können. Sie werden nach der WHO-Klassifikation in vier Grade eingeteilt, wobei Grad I benigne und Grad IV hochmaligne Tumoren bezeichnet. Das Glioblastom (WHO-Grad IV) ist der häufigste und aggressivste primäre Hirntumor bei Erwachsenen.

Merke: Primäre Hirntumore entstehen aus Hirngewebe selbst, sekundäre Hirntumore sind Metastasen. Häufigste Metastasenquellen: Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, malignes Melanom.

Epidemiologie

Die Inzidenz primärer Hirntumore beträgt etwa 15-20 pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland. Bei Erwachsenen ist das Glioblastom der häufigste primäre Hirntumor, bei Kindern dominieren Astrozytome und Medulloblastome. Hirnmetastasen sind insgesamt häufiger als primäre Hirntumore und treten bei etwa 20-40% aller Krebspatienten auf.

Ätiologie

Die Ätiologie der meisten primären Hirntumore ist unbekannt. Gesicherte Risikofaktoren sind ionisierende Strahlung und bestimmte genetische Syndrome wie Neurofibromatose Typ 1 und 2, von-Hippel-Lindau-Syndrom und Li-Fraumeni-Syndrom. Eine familiäre Häufung besteht bei etwa 5% der Gliome. Immunsuppression erhöht das Risiko für primäre ZNS-Lymphome.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden häufig Fallbeispiele mit typischen Symptomen und Bildgebung präsentiert. Besonders wichtig sind die Unterscheidung zwischen primären Hirntumoren und Metastasen sowie die Kenntnis des Stupp-Schemas. Die WHO-Klassifikation und molekulare Marker werden zunehmend geprüft. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von Hirnödem und Tumor sowie die fehlende Beachtung von Warnzeichen der Einklemmung.

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