Hodentorsion
Definition
Die Hodentorsion bezeichnet eine akute Verdrehung des Hodens um den Samenstrang mit konsekutiver Unterbrechung der Blutzufuhr. Diese urologische Notfallsituation führt unbehandelt zur irreversiblen ischämischen Schädigung des Hodenparenchyms. Die Drehung erfolgt typischerweise um 180 bis 720 Grad und betrifft den gesamten Gefäßstiel.
Epidemiologie
Die Hodentorsion tritt mit einer Inzidenz von etwa 1:4000 männlichen Personen unter 25 Jahren auf. Es existieren zwei Häufigkeitsgipfel: der erste im ersten Lebensjahr (intravaginale und extravaginale Torsion) und der zweite während der Pubertät zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr. Die linke Seite ist geringfügig häufiger betroffen als die rechte.
Ätiologie
Die häufigste Ursache ist eine anatomische Prädisposition durch eine abnorm hohe Aufhängung der Tunica vaginalis am Samenstrang, die sogenannte Bell-Clapper-Deformität. Diese ermöglicht eine freie Beweglichkeit des Hodens innerhalb der Tunica vaginalis. Auslösende Faktoren können körperliche Aktivität, Traumata, schnelle Lageveränderungen oder Kälteexposition sein. Ein Kremasterreflex während des Schlafs kann ebenfalls eine Torsion triggern.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird die Hodentorsion häufig als Notfallszenario mit Fokus auf Zeitmanagement geprüft. Typische Fragen betreffen die Unterscheidung zur Epididymitis anhand klinischer Zeichen, insbesondere das Prehn-Zeichen. Die 6-Stunden-Regel und die Technik der manuellen Detorsion sind klassische Prüfungsthemen. Fallstricke sind die Verwechslung der Drehrichtung bei manueller Detorsion und das Vergessen der kontralateralen Pexie.
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