Humerusfraktur
Definition
Die Humerusfraktur bezeichnet einen Knochenbruch des Oberarmknochens, der in proximale, diaphysäre und distale Frakturen unterteilt wird. Der ICD-10-Code S42.3 bezieht sich spezifisch auf die Fraktur des Humerusschaftes. Diese Frakturen entstehen durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung und erfordern eine differenzierte Therapie je nach Lokalisation und Frakturtyp.
Epidemiologie
Proximale Humerusfrakturen machen etwa 5 Prozent aller Frakturen aus und sind nach Radius- und Schenkelhalsfrakturen die dritthäufigste Fraktur im höheren Lebensalter. Bei älteren Patienten über 65 Jahre überwiegen Frauen mit osteoporotischen Frakturen im Verhältnis 3:1. Humerusschaftfrakturen treten häufiger bei jüngeren Männern zwischen 20 und 30 Jahren durch Hochrasanztraumen auf.
Ätiologie
Direkte Gewalteinwirkung wie Schlag oder Stoß führt zu Quer- oder Trümmerfrakturen des Schaftes. Indirekte Gewalteinwirkung durch Sturz auf den ausgestreckten Arm oder Ellenbogen verursacht häufig proximale Frakturen. Bei älteren Patienten genügt oft ein Niedrigenergietrauma bei bestehender Osteoporose. Pathologische Frakturen können durch Knochenmetastasen, insbesondere bei Mamma- oder Bronchialkarzinom, entstehen.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die Klassifikationen nach Neer und AO sowie die Therapieindikationen abgefragt. Besonders wichtig ist die Kenntnis der Nervus-radialis-Gefährdung bei Schaftfrakturen und das korrekte Vorgehen bei primärer versus sekundärer Parese. Die DMS-Kontrolle und deren Dokumentation ist ein häufiger Prüfungspunkt. Typische Fallbeispiele beinhalten ältere Patienten mit Sturz und proximaler Humerusfraktur sowie junge Patienten mit Hochrasanztrauma und Schaftfraktur.
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