Hyperkaliämie
Definition
Die Hyperkaliämie ist definiert als eine Erhöhung der Serumkaliumkonzentration auf Werte über 5,0 mmol/l. Sie stellt eine potenziell lebensbedrohliche Elektrolytstörung dar, die unbehandelt zu schwerwiegenden kardialen Arrhythmien bis hin zum Herzstillstand führen kann. Die schwere Hyperkaliämie mit Werten über 6,5 mmol/l gilt als medizinischer Notfall.
Epidemiologie
Die Hyperkaliämie tritt bei etwa 1-10% aller hospitalisierten Patienten auf, wobei die Prävalenz bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz auf bis zu 50% ansteigt. Besonders gefährdet sind ältere Patienten, Diabetiker und Patienten unter Therapie mit ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptorblockern oder kaliumsparenden Diuretika. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter aufgrund der physiologischen Abnahme der Nierenfunktion.
Ätiologie
Die Ursachen der Hyperkaliämie lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: verminderte renale Ausscheidung, vermehrte Kaliumfreisetzung aus Zellen und erhöhte Kaliumzufuhr. Die häufigste Ursache ist die eingeschränkte Nierenfunktion mit einer GFR unter 30 ml/min, da die Niere für über 90% der Kaliumelimination verantwortlich ist. Medikamente wie ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker, Aldosteronantagonisten und nichtsteroidale Antirheumatika sind häufige iatrogene Auslöser. Eine Pseudohyperkaliämie durch Hämolyse bei der Blutentnahme muss immer ausgeschlossen werden.
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