Hyperkalzämie

Innere Medizin · Nephrologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Hyperkalzämie bezeichnet eine Erhöhung des Serumkalziums über den oberen Normwert von 2,65 mmol/l (10,5 mg/dl) beziehungsweise des ionisierten Kalziums über 1,35 mmol/l. Sie kann asymptomatisch verlaufen oder bei schweren Formen zu einer lebensbedrohlichen hyperkalzämischen Krise führen. Die korrigierte Kalziumkonzentration muss bei Hypoalbuminämie berechnet werden: korrigiertes Kalzium = gemessenes Kalzium + 0,8 × (4 - Albumin in g/dl).

Merke: Korrigiertes Kalzium berechnen: Gemessenes Ca + 0,8 × (4 - Albumin g/dl). Normwert Serumkalzium: 2,2-2,65 mmol/l.

Epidemiologie

Die Hyperkalzämie tritt mit einer Prävalenz von etwa 1-2% in der Allgemeinbevölkerung auf. Bei ambulanten Patienten ist der primäre Hyperparathyreoidismus die häufigste Ursache (etwa 90%), während bei stationären Patienten maligne Erkrankungen dominieren (etwa 65%). Frauen sind beim primären Hyperparathyreoidismus etwa dreimal häufiger betroffen als Männer, mit einem Altersgipfel zwischen 50 und 60 Jahren.

Ätiologie

Die beiden häufigsten Ursachen der Hyperkalzämie sind der primäre Hyperparathyreoidismus und maligne Tumorerkrankungen, die zusammen über 90% der Fälle ausmachen. Bei Malignomen kann die Hyperkalzämie durch Knochenmetastasen mit Osteolyse, paraneoplastische Bildung von Parathormon-ähnlichem Peptid (PTHrP) oder tumorbedingte Calcitriol-Produktion entstehen. Weitere Ursachen umfassen Vitamin-D-Intoxikation, Sarkoidose, Thiaziddiuretika, Immobilisation und das Milch-Alkali-Syndrom. Seltenere Ursachen sind die familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie, Hyperthyreose und Nebenniereninsuffizienz.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders die Unterscheidung der Hyperkalzämie-Ursachen anhand des PTH-Wertes, die klassische Symptomentrias und die Notfalltherapie der hyperkalzämischen Krise gefragt. Typische Fallbeispiele beschreiben Patienten mit Polyurie, Obstipation und Knochenschmerzen. Die korrekte Berechnung des albumin-korrigierten Kalziums und die Interpretation der Laborwerte sind häufige Prüfungsinhalte. Therapeutisch wird besonders die richtige Reihenfolge der Maßnahmen bei der hyperkalzämischen Krise abgefragt, wobei die Volumentherapie immer an erster Stelle steht.

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