Hyperparathyreoidismus

Innere Medizin · Endokrinologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Der Hyperparathyreoidismus bezeichnet eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen mit gesteigerter Sekretion von Parathormon (PTH), was zu einer Erhöhung des Serumkalziumspiegels führt. Man unterscheidet den primären Hyperparathyreoidismus (autonome PTH-Überproduktion), den sekundären Hyperparathyreoidismus (reaktive PTH-Erhöhung bei Hypokalzämie) und den tertiären Hyperparathyreoidismus (Autonomisierung nach langbestehendem sekundären Hyperparathyreoidismus). Die Erkrankung führt zu charakteristischen Veränderungen am Skelett, den Nieren und dem Gastrointestinaltrakt.

Merke: Primärer Hyperparathyreoidismus: PTH hoch, Kalzium hoch. Sekundärer Hyperparathyreoidismus: PTH hoch, Kalzium niedrig oder normal.

Epidemiologie

Der primäre Hyperparathyreoidismus ist die dritthäufigste endokrine Erkrankung mit einer Prävalenz von etwa 1-3 pro 1000 Einwohner. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer, wobei der Erkrankungsgipfel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr liegt. Der sekundäre Hyperparathyreoidismus tritt bei nahezu allen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz im Stadium 4-5 auf.

Ätiologie

Der primäre Hyperparathyreoidismus wird in etwa 80-85% der Fälle durch ein solitäres Nebenschilddrüsenadenom verursacht. Eine Hyperplasie aller vier Nebenschilddrüsen findet sich in 10-15% der Fälle, während das Nebenschilddrüsenkarzinom mit unter 1% sehr selten ist. Der sekundäre Hyperparathyreoidismus entsteht reaktiv bei chronischer Hypokalzämie, meist durch chronische Niereninsuffizienz oder Vitamin-D-Mangel. Genetische Ursachen umfassen die Multiple Endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1) und Typ 2a (MEN2a).

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird besonders häufig die Differentialdiagnose der Hyperkalzämie geprüft, insbesondere die Unterscheidung zwischen primärem Hyperparathyreoidismus und Tumorhyperkalzämie anhand des PTH-Spiegels. Die Laborkonstellation beim primären versus sekundären Hyperparathyreoidismus ist ein klassisches Prüfungsthema. Klinische Fallbeispiele beschreiben oft eine postmenopausale Frau mit rezidivierender Nephrolithiasis und Hyperkalzämie. Die Operationsindikationen beim asymptomatischen primären Hyperparathyreoidismus sowie die Therapie der hyperkalzämischen Krise werden regelmäßig abgefragt.

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