Hypokalzämie
Definition
Die Hypokalzämie bezeichnet eine Erniedrigung des Serumkalziumspiegels unter 2,2 mmol/l (8,8 mg/dl) beziehungsweise des ionisierten Kalziums unter 1,15 mmol/l. Sie kann asymptomatisch verlaufen oder zu schwerwiegenden neuromuskulären und kardialen Komplikationen führen. Klinisch relevant ist vor allem das ionisierte (freie) Kalzium, da nur dieses biologisch aktiv ist.
Epidemiologie
Die Hypokalzämie tritt bei etwa 15-20% der Intensivpatienten und bei 1-2% der ambulanten Patienten auf. Besonders häufig betroffen sind Patienten nach Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenoperationen sowie Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Frauen in der Postmenopause und ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko aufgrund von Vitamin-D-Mangel.
Ätiologie
Die häufigsten Ursachen der Hypokalzämie sind Parathormonmangel (Hypoparathyreoidismus), Vitamin-D-Mangel und chronische Niereninsuffizienz. Der Hypoparathyreoidismus entsteht meist iatrogen nach Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenoperationen. Vitamin-D-Mangel führt zu verminderter intestinaler Kalziumresorption und kann durch mangelnde Sonnenlichtexposition, Malabsorption oder Lebererkrankungen bedingt sein. Weitere Ursachen sind akute Pankreatitis, Sepsis, Tumorlyse-Syndrom und Medikamente wie Bisphosphonate oder Schleifendiuretika.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die klinischen Zeichen Chvostek und Trousseau abgefragt sowie die Interpretation der Laborkonstellationen zur Differenzierung der Ursachen. Die Notfalltherapie mit Kalziumglukonat und die korrekte Dosierung sind prüfungsrelevant. EKG-Veränderungen (QT-Verlängerung) und die Komplikationen der schweren Hypokalzämie werden regelmäßig geprüft. Die Korrekturformel für Albumin ist ein klassischer Prüfungsinhalt.
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