Hypoparathyreoidismus

Innere Medizin · Endokrinologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Der Hypoparathyreoidismus ist eine endokrine Erkrankung, die durch eine verminderte oder fehlende Sekretion von Parathormon (PTH) aus den Nebenschilddrüsen gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer Hypokalzämie und Hyperphosphatämie mit charakteristischen neuromuskulären und kardiovaskulären Symptomen. Die Erkrankung kann angeboren oder erworben sein, wobei die iatrogene Form nach Schilddrüsenoperationen am häufigsten vorkommt.

Merke: Hypoparathyreoidismus bedeutet PTH-Mangel mit der Folge: Kalzium niedrig, Phosphat hoch.

Epidemiologie

Die Prävalenz des Hypoparathyreoidismus liegt bei etwa 25-37 pro 100.000 Einwohner. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was hauptsächlich auf die höhere Rate an Schilddrüsenoperationen bei Frauen zurückzuführen ist. Der postoperative Hypoparathyreoidismus macht etwa 75 Prozent aller Fälle aus und tritt typischerweise im mittleren Erwachsenenalter auf.

Ätiologie

Die häufigste Ursache des Hypoparathyreoidismus ist die iatrogene Schädigung oder Entfernung der Nebenschilddrüsen bei Schilddrüsenoperationen, insbesondere bei totaler Thyreoidektomie. Weitere Ursachen umfassen Autoimmunerkrankungen wie das Autoimmune Polyendokrine Syndrom Typ 1, genetische Defekte wie das DiGeorge-Syndrom sowie Infiltrationen durch Hämochromatose oder Morbus Wilson. Seltener sind Bestrahlungen im Halsbereich oder eine Hypomagnesiämie, die die PTH-Sekretion hemmt. Auch ein Vitamin-D-Mangel der Mutter kann beim Neugeborenen einen transienten Hypoparathyreoidismus verursachen.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird häufig nach den klassischen klinischen Zeichen Chvostek und Trousseau gefragt sowie nach der typischen Laborkonstellation mit niedrigem Kalzium, hohem Phosphat und niedrigem PTH. Die Differenzierung zum Pseudohypoparathyreoidismus ist ein beliebtes Prüfungsthema. Praktisch relevant sind die Akuttherapie mit intravenösem Kalziumgluconat und die Dauertherapie mit aktivem Vitamin D. Typische Fallstricke sind die Verwechslung mit Vitamin-D-Mangel sowie das Vergessen der Magnesiumbestimmung bei Hypokalzämie.

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