Ikterus und Cholestase
Definition
Ikterus bezeichnet die Gelbfärbung von Haut, Skleren und Schleimhäuten durch eine Erhöhung des Bilirubins im Serum auf über 2 mg/dl (34 μmol/l). Cholestase beschreibt eine Störung der Gallebildung oder des Galleabflusses mit konsekutivem Anstieg von konjugiertem Bilirubin und Gallensäuren im Blut. Der Sklerenikterus ist bereits ab Bilirubinwerten von 1,5-2 mg/dl sichtbar und damit das früheste klinische Zeichen.
Epidemiologie
Ikterus ist ein häufiges Symptom in der inneren Medizin und betrifft alle Altersgruppen. Bei Erwachsenen sind Gallensteinleiden mit einer Prävalenz von 10-15% in westlichen Ländern die häufigste Ursache einer Cholestase. Frauen sind aufgrund hormoneller Faktoren etwa dreimal häufiger von Gallensteinen betroffen als Männer.
Ätiologie
Die Ursachen des Ikterus werden nach dem Ort der Störung im Bilirubinstoffwechsel eingeteilt. Prähepatische Ursachen umfassen alle Formen der Hämolyse mit vermehrtem Bilirubinanfall. Intrahepatische Ursachen beinhalten Hepatozytenschäden, Stoffwechselstörungen und intrahepatische Cholestase. Posthepatische Ursachen sind mechanische Abflusshindernisse in den Gallenwegen.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die Differenzierung zwischen prähepatischem, hepatischem und posthepatischem Ikterus anhand von Laborwerten gefragt. Das Courvoisier-Zeichen und die Charcot-Trias sind klassische Prüfungsinhalte. Die Unterscheidung zwischen konjugiertem und unkonjugiertem Bilirubin sowie die hereditären Hyperbilirubinämien, insbesondere das Gilbert-Syndrom, werden regelmäßig abgefragt. Die Indikationen zur ERCP versus MRCP und die Komplikationen der ERCP sind prüfungsrelevant.
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