Intrakranielle Blutung
Definition
Die intrakranielle Blutung bezeichnet jede Blutung innerhalb des Schädels, die entweder intrazerebral (im Hirnparenchym), subarachnoidal (im Subarachnoidalraum), subdural (zwischen Dura mater und Arachnoidea) oder epidural (zwischen Schädelknochen und Dura mater) lokalisiert sein kann. Sie stellt einen neurologischen Notfall dar, der unbehandelt zu schweren neurologischen Defiziten oder zum Tod führen kann. Die häufigste Form ist die intrazerebrale Blutung, die etwa 10-15% aller Schlaganfälle ausmacht.
Epidemiologie
Die Inzidenz der intrazerebralen Blutung beträgt in Deutschland etwa 15-25 pro 100.000 Einwohner pro Jahr mit steigender Tendenz im höheren Lebensalter. Männer sind häufiger betroffen als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 1,5:1. Die Subarachnoidalblutung hat eine Inzidenz von etwa 6-9 pro 100.000 Einwohner pro Jahr mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, wobei hier Frauen häufiger betroffen sind.
Ätiologie
Die häufigste Ursache der spontanen intrazerebralen Blutung ist die arterielle Hypertonie, die zu hypertensiven Massenblutungen vor allem in den Stammganglien, dem Thalamus und der Brücke führt. Die zerebrale Amyloidangiopathie ist bei älteren Patienten über 70 Jahren die zweithäufigste Ursache und führt typischerweise zu lobären Blutungen. Weitere Ursachen umfassen die Antikoagulanzientherapie, Gerinnungsstörungen, Gefäßmalformationen, Hirntumoren und Drogenmissbrauch (insbesondere Kokain und Amphetamine). Traumatische Ursachen führen typischerweise zu Epidural- und Subduralhämatomen.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden besonders häufig die Differenzierung der verschiedenen Blutungstypen anhand von Klinik und Bildgebung sowie die Notfalltherapie geprüft. Ein klassisches Prüfungsszenario ist der Patient mit plötzlichem Vernichtungskopfschmerz (Subarachnoidalblutung) oder der ältere Hypertoniker mit akuter Hemiparese und Bewusstseinstrübung (intrazerebrale Blutung). Die Antagonisierung von Antikoagulanzien bei Blutung und die Indikationen zur operativen Therapie sind hochrelevante Prüfungsthemen. Fallstricke sind die Verwechslung von Epidural- und Subduralhämatom sowie das Vergessen der Lumbalpunktion bei SAB-Verdacht und negativer CT.
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