Invagination
Definition
Die Invagination (Intussuszeption) bezeichnet das teleskopartige Einstülpen eines proximalen Darmabschnitts (Invaginat) in einen distalen Darmabschnitt (Invaginans). Es handelt sich um die häufigste Ursache eines mechanischen Darmverschlusses im Säuglings- und Kleinkindalter, wobei in über 80 Prozent der Fälle eine ileozökale Invagination vorliegt. Unbehandelt führt die Einklemmung zur Strangulation mit konsekutiver Darmischämie und Nekrose.
Epidemiologie
Die Invagination tritt mit einer Inzidenz von 1-4 pro 1000 Lebendgeburten auf und ist damit die häufigste Ileusursache im Kindesalter. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat, wobei 90 Prozent aller Fälle vor dem 2. Lebensjahr auftreten. Jungen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Mädchen mit einem Verhältnis von 2:1 bis 3:1.
Ätiologie
Bei Säuglingen und Kleinkindern liegt in über 90 Prozent der Fälle eine idiopathische Invagination ohne anatomisches Korrelat vor, häufig assoziiert mit viralen Infekten und lymphatischer Hyperplasie der Peyer-Plaques. Sekundäre Ursachen umfassen anatomische Leitstrukturen wie Meckel-Divertikel, Polypen, Lymphome, Duplikaturen oder Hämatome bei Purpura Schönlein-Henoch. Bei Erwachsenen liegt in über 90 Prozent der Fälle eine organische Ursache vor, meist Tumoren des Dünndarms oder Dickdarms. Die Rotavirus-Impfung der ersten Generation wurde aufgrund eines erhöhten Invaginationsrisikos vom Markt genommen.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die klassische Symptomtrias, das typische Alter und die charakteristischen sonographischen Befunde gefragt. Ein beliebtes Prüfungsszenario ist das schreiende Säugling mit intervallartigem Verhalten und Lethargie. Die Unterscheidung zwischen Indikationen für konservative versus operative Therapie wird regelmäßig geprüft. Fallstricke sind die unvollständige Symptomtrias und die Verwechslung mit Gastroenteritis.
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