Kachexie

Innere Medizin · Endokrinologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Kachexie ist ein komplexes metabolisches Syndrom, das durch einen ungewollten Gewichtsverlust von mehr als 5 Prozent des Körpergewichts innerhalb von 12 Monaten oder weniger gekennzeichnet ist, begleitet von Muskelschwund und systemischer Entzündung. Sie tritt als Begleitsyndrom schwerer chronischer Erkrankungen auf und ist durch eine negative Protein- und Energiebilanz charakterisiert. Im Gegensatz zur einfachen Mangelernährung ist die Kachexie durch alleinige Nahrungszufuhr nicht vollständig reversibel.

Merke: Kachexie = Gewichtsverlust über 5 Prozent in unter 12 Monaten PLUS mindestens drei der folgenden Kriterien: verminderte Muskelkraft, Fatigue, Anorexie, niedriger fettfreier Massenindex, pathologische Laborwerte.

Epidemiologie

Die Kachexie betrifft etwa 50 bis 80 Prozent aller Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen und ist für etwa 20 Prozent aller krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Bei chronischer Herzinsuffizienz entwickeln 10 bis 15 Prozent der Patienten eine kardiale Kachexie. Ältere Menschen sind aufgrund der altersbedingten Sarkopenie besonders gefährdet, wobei beide Geschlechter gleichermaßen betroffen sein können.

Ätiologie

Die häufigsten Ursachen der Kachexie sind maligne Tumorerkrankungen, insbesondere Pankreas-, Magen- und Lungenkarzinome. Chronische Organinsuffizienzen wie Herzinsuffizienz, chronisch obstruktive Lungenerkrankung und chronische Niereninsuffizienz führen ebenfalls häufig zur Kachexie. Weitere Ursachen umfassen chronische Infektionskrankheiten wie HIV und Tuberkulose sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Zentrale Rolle spielen proinflammatorische Zytokine wie Tumornekrosefaktor-alpha, Interleukin-1 und Interleukin-6.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden häufig die diagnostischen Kriterien der Kachexie und die Abgrenzung zur einfachen Mangelernährung abgefragt. Die Stadieneinteilung und die zugehörigen Grenzwerte sind besonders prüfungsrelevant. Typische Fallbeispiele umfassen Patienten mit Pankreaskarzinom oder fortgeschrittener Herzinsuffizienz mit Gewichtsverlust. Die pathophysiologische Rolle der proinflammatorischen Zytokine und die multimodale Therapie sind ebenfalls häufige Prüfungsthemen.

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