Karpaltunnelsyndrom
Definition
Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste periphere Nervenkompressionssyndrom und entsteht durch eine Einengung des Nervus medianus im Karpaltunnel am Handgelenk. Der Karpaltunnel wird dorsal durch die Handwurzelknochen und palmar durch das Retinaculum flexorum (Ligamentum carpi transversum) begrenzt. Durch diese anatomisch enge Passage verlaufen neben dem Nervus medianus auch die Sehnen der Fingerbeuger.
Epidemiologie
Die Prävalenz des Karpaltunnelsyndroms liegt bei etwa 3-5% in der Allgemeinbevölkerung, wobei Frauen etwa dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Beidseitiges Auftreten findet sich in etwa 50% der Fälle, wobei die dominante Hand meist stärker betroffen ist.
Ätiologie
Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms werden in idiopathische und sekundäre Formen unterteilt. Bei der häufigeren idiopathischen Form liegt meist eine anlagebedingte Enge des Karpaltunnels vor. Sekundäre Ursachen umfassen endokrine Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Hypothyreose, entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, sowie mechanische Faktoren wie repetitive Handgelenksbewegungen oder Frakturen. Besondere Risikofaktoren sind Schwangerschaft, Adipositas und Dialysepflichtigkeit.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung wird das Karpaltunnelsyndrom häufig anhand eines Fallbeispiels mit nächtlichen Parästhesien geprüft. Wichtig sind die genaue Kenntnis des Innervationsgebietes des Nervus medianus, die klinischen Tests (Phalen, Hoffmann-Tinel) sowie die elektrophysiologischen Grenzwerte. Typische Prüfungsfragen betreffen die Differenzierung von Radikulopathie versus peripherer Nervenläsion sowie die Therapieindikation in Abhängigkeit vom Stadium.
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