Kolonpolypen
Definition
Kolonpolypen sind umschriebene Vorwölbungen der Kolonschleimhaut in das Darmlumen, die gestielt oder breitbasig (sessil) auftreten können. Sie werden histologisch in neoplastische (Adenome) und nicht-neoplastische Polypen (hyperplastische, entzündliche, hamartomatöse) unterteilt. Adenomatöse Polypen gelten als Präkanzerosen und können über die Adenom-Karzinom-Sequenz zum kolorektalen Karzinom entarten.
Epidemiologie
Die Prävalenz von Kolonpolypen steigt mit zunehmendem Alter und beträgt bei über 50-Jährigen etwa 25-30 Prozent. Männer sind häufiger betroffen als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 1,5:1. Adenomatöse Polypen finden sich bei etwa 30-40 Prozent aller Koloskopien in der Vorsorgeuntersuchung, wobei die Häufigkeit in westlichen Industrieländern am höchsten ist.
Ätiologie
Die Entstehung von Kolonpolypen ist multifaktoriell bedingt. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen ballaststoffarme, fett- und fleischreiche Ernährung, Adipositas, Rauchen und Alkoholkonsum. Genetische Faktoren spielen besonders bei den hereditären Polyposis-Syndromen eine zentrale Rolle. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erhöhen ebenfalls das Risiko für die Polypenentwicklung.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders die Adenom-Karzinom-Sequenz, die Klassifikation der Polypen nach Histologie und Entartungsrisiko sowie die Nachsorgeintervalle gefragt. Häufige Prüfungsfragen betreffen die Indikation zur Operation bei pT1-Karzinom im Polypen und die Unterscheidung der hereditären Polyposis-Syndrome. Die korrekten Zeitintervalle für die Kontrollkoloskopie nach Polypektomie sind prüfungsrelevant.
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