Lipase & Amylase — Pankreasenzyme in der klinischen Diagnostik
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird Lipase/Amylase fast immer im Kontext des akuten Abdomens geprüft. Prüfer erwarten die sichere Anwendung der Atlanta-Diagnosekriterien (2 von 3: Schmerz, Lipase ≥3× ULN, Bildgebung), die korrekte Schweregradeinteilung (mild/moderat/schwer nach revidierter Atlanta-Klassifikation) und das Wissen, dass die Lipase-Höhe nicht mit dem Schweregrad korreliert. Häufige Prüfungsfallen sind: Amylase bereits normalisiert bei später Vorstellung (Lipase noch erhöht), Makroamylasämie als harmlose Ursache persistierender Amylase-Erhöhung, und die falsche Annahme, dass Antibiotika bei akuter Pankreatitis routinemäßig gegeben werden. Die Differenzierung biliäre vs. alkoholische Pankreatitis ist prüfungsrelevant: biliäre Pankreatitis zeigt Cholestase-Konstellation (Bilirubin ↑, AP ↑, GGT ↑), alkoholische Pankreatitis zeigt GGT ↑ und AST/ALT-Erhöhung. Die Indikation zur Notfall-ERCP (biliäre Pankreatitis + Cholangitis oder persistierende Choledocholithiasis, innerhalb 24 h) muss sicher beherrscht werden. Prüfer fragen auch nach der Hypertriglyzeridämie-Pankreatitis: Triglyzeride >11,3 mmol/l (>1000 mg/dl) als Auslöser, Therapie mit Insulininfusion. Die Verlaufskinetik (Amylase 3–5 Tage, Lipase 7–14 Tage erhöht) ist ein klassisches Prüfungsthema.
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