Mastitis
Definition
Die Mastitis bezeichnet eine akute oder chronische Entzündung der Brustdrüse, die meist bakteriell bedingt ist und vorwiegend bei stillenden Frauen auftritt. Man unterscheidet die Mastitis puerperalis (während der Stillzeit) von der Mastitis non-puerperalis (außerhalb der Stillzeit). Die Erkrankung kann unbehandelt zu einer Abszessbildung führen und erfordert eine frühzeitige therapeutische Intervention.
Epidemiologie
Die Mastitis puerperalis betrifft etwa 2-10% aller stillenden Frauen, wobei der Häufigkeitsgipfel in der 2. bis 4. Woche nach der Geburt liegt. Die Mastitis non-puerperalis ist deutlich seltener und macht etwa 5-10% aller Mastitisfälle aus. Frauen im reproduktiven Alter zwischen 18 und 50 Jahren sind am häufigsten betroffen.
Ätiologie
Die häufigsten Erreger sind Staphylococcus aureus (60-80% der Fälle), gefolgt von koagulasenegativen Staphylokokken und Streptokokken. Die Eintrittspforte für die Erreger sind meist kleine Rhagaden oder Verletzungen der Brustwarze. Bei der Mastitis puerperalis begünstigen Milchstau, unzureichende Entleerung der Brust und schlechte Stilltechnik die Entstehung. Risikofaktoren für die Mastitis non-puerperalis sind Rauchen, Piercing der Brustwarze, Diabetes mellitus und vorausgegangene Brustoperationen.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden häufig die Unterscheidung zwischen Mastitis puerperalis und non-puerperalis sowie die Abgrenzung zum inflammatorischen Mammakarzinom gefragt. Wichtig sind die Kenntnis des häufigsten Erregers (Staphylococcus aureus), die Erstlinien-Antibiotikatherapie (Flucloxacillin) und die Indikation zur chirurgischen Intervention bei Abszess. Typische Fallstricke sind die Frage, ob abgestillt werden muss (nein!) und wann eine Biopsie indiziert ist (bei Therapieversagen zum Karzinomausschluss).
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