Mastitis puerperalis und non-puerperalis

Gynäkologie · Mamma Beckenboden · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Mastitis bezeichnet eine entzündliche Erkrankung des Brustdrüsengewebes, die klinisch in zwei Hauptformen unterteilt wird: die Mastitis puerperalis tritt im Wochenbett, meist in den ersten 2–6 Wochen nach der Entbindung, im Zusammenhang mit dem Stillen auf. Die Mastitis non-puerperalis ist dagegen unabhängig von Schwangerschaft und Stillzeit und umfasst ein heterogenes Spektrum entzündlicher Mammaerkrankungen. Beide Formen können von einem Mammaabszess kompliziert werden, der eine chirurgische Intervention erfordert. Die Abgrenzung gegenüber einem entzündlichen Mammakarzinom ist klinisch und diagnostisch zwingend erforderlich.

Merke: Mastitis puerperalis: Stillzeit, meist Staphylokokken. Mastitis non-puerperalis: unabhängig vom Stillen, breites Erregerspektrum, DD entzündliches Karzinom immer bedenken.

Epidemiologie

Die Mastitis puerperalis betrifft etwa 10–33 % aller stillenden Frauen, wobei die Inzidenz je nach Studienpopulation variiert. Der Häufigkeitsgipfel liegt in den ersten 2–6 Wochen post partum, ein zweiter Gipfel wird um die 3. Stillwoche beschrieben. Etwa 3–11 % der Mastitisfälle entwickeln sich zu einem Abszess. Die Mastitis non-puerperalis ist seltener und tritt bevorzugt bei Frauen im reproduktiven Alter (20–50 Jahre) auf, kann aber auch postmenopausal vorkommen. Risikofaktoren für die non-puerperale Form sind Nikotinabusus, Diabetes mellitus, Immunsuppression sowie Mamillenpiercings. In Deutschland liegen keine belastbaren bevölkerungsweiten Inzidenzdaten für die non-puerperale Form vor.

Ätiologie

Bei der Mastitis puerperalis ist Staphylococcus aureus der häufigste Erreger (ca. 50–80 % der Fälle), gefolgt von koagulasenegativen Staphylokokken und Streptokokken der Gruppe A und B. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) spielen zunehmend eine Rolle, insbesondere bei nosokomialen Fällen. Prädisponierende Faktoren sind Milchstau, Wundbrustwarzen als Eintrittspforte, unregelmäßiges Stillen und Druck durch enge BHs. Bei der Mastitis non-puerperalis unterscheidet man die periduktale Mastitis (Plasmazellmastitis), die durch Plattenepithelmetaplasie der Milchgänge mit Sekretstau und Entzündungsreaktion entsteht, von der granulomatösen Mastitis, deren Ätiologie unklar ist (autoimmun, idiopathisch, selten Corynebacterium-Infektion). Nikotinabusus schädigt das Milchgangsepithel und begünstigt die periduktale Form. Selten sind Mykobakterien, Pilze oder Parasiten ursächlich.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird die Mastitis puerperalis häufig als klinischer Fall präsentiert: eine stillende Frau 2–4 Wochen post partum mit Fieber, roter schmerzhafter Brust und Schüttelfrost. Geprüft werden Diagnosestellung, Erreger, Therapieentscheidung (Weiterstillen ja/nein, Antibiotikaauswahl) und Abszessmanagement. Die Abgrenzung zum entzündlichen Mammakarzinom ist ein zentrales Prüfungsthema, da die Kommission das klinische Urteilsvermögen testet. Häufige Fallstricke sind die falsche Empfehlung zum Abstillen (kontraindiziert bei unkomplizierter Mastitis) und die Verwechslung der Antibiotikaauswahl. Bei der non-puerperalen Mastitis wird die granulomatöse Form als diagnostische Herausforderung geprüft. Die Indikation zur Biopsie bei persistierender Mastitis ohne Therapieansprechen ist prüfungsrelevant.

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